Overblog
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
Der-kleine-Tiger-Fauch.over-blog.com

Die Abenteuer eines kleinen Tigerjungen

Die Farbe ist doch egal

Veröffentlicht am 2. Dezember 2013 von Derkleine Tiger Fauch

Die Farbe ist doch egal

Eines Tages staunte Fauch nicht schlecht, als er aufwachte . Auf der Dschungellichtung ,auf der er mit seinen Eltern lebte, zwischen den bunten Blumen, lag eine kleines Zebrafohlen im hohen Gras und weinte.

Fauch lief schnell zu ihm hin und fragte besorgt: „Wer bist Du denn und warum weinst Du so? Tut Dr vielleicht irgendetwas weh oder hast Du Hunger? Soll ich Dir schnell etwas zum Essen bringen? Meine Mama hat uns zu Frühstück ganz leckere Beerenpaste gemacht, da ist bestimmt noch etwas von da.“

Das kleine Zebra sah auf und schluchzte ganz traurig: „Ich heiße Fridolin . Mir tut nichts weh und Hunger hab ich auch nicht, ich bin einfach nur traurig.“ Und dann weinte es wieder.

Fauch merkte, wie er auch ganz traurig wurde und setzte sich still neben das weinende, kleine Zebrakind, das mittlerweile aufgestanden war und zwischen seinen Schluchzern lustlos auf ein paar Grashalmen herumkaute.

„Erzähl mir doch, warum Du so traurig bist!“ forderte er Fridolin auf. “Wenn ich traurig bin, dann erzähle ich meinen Freunden oder Mama und Papa warum ich traurig bin und dann finden wir ganz oft zusammen heraus, wie ich wieder froh sein kann. Und bei meinen Freunden ist es genauso. Traurig sein ist nämlich total doof.“

„Ach Freunde haben, das ist toll …“ sagte Fridolin, der jetzt wenigstens schon einmal aufgehört hatte, die ganze Zeit zu weinen. Und dann erzählte er Fauch seine Geschichte.

Fridolin war von zu Hause weggelaufen, weil ihn die andere Zebrakinder immer ausgelacht hatten. Du musst wissen, daß Zebras eigentlich in der Savanne in großen Herden leben, aber er hatte es dort einfach nicht mehr ausgehalten.

Fauch redete aufgeregt dazwischen: „Warum haben Dich die anderen Zebrakinder denn ausgelacht. Du siehst doch wie ein ganz normales Zebra aus und man kann sich sehr gut mit Dir unterhalten und bestimmt kannst Du auch ganz toll spielen.“

„Ja, aber ich sehe aber eben nicht wie ein ganz normales Zebra aus, schau mich doch einmal genau an.“ antwortete ihm Fridolin. „Wieso? Du bist weiß mit ganz tollen braunen Streifen oder braun mit ganz tollen weißen Streifen. Und Du …“ antwortete ihm Fauch.

„Ja eben …“ unterbrach ihn Fridolin „ das ist es ja, alle anderen Zebras sind schwarz-weiß. Und deshalb hänseln mich die anderen immer und lachen über mich. Und sie sagen, meine Eltern hätten mich wohl zu heiß gebadet und darum wär die schwarze Farbe ausgebleicht und noch viel schlimmere Sachen. Ich hab es meinen Eltern nicht erzählt, ich will doch, dass sie stolz auf mich sind.“

Fauch war entsetzt. Das war wirklich gemein. So gemein, daß er ganz ärgerlich auf die anderen Zebrakinder wurde. „Solche, solche …. blöden Schwarz-Weißlinge“ schimpfte er.

Fridolin hatte wieder angefangen zu weinen. Fauch merkte, dass er ihn ganz schnell trösten musste, sonst würde er sich vielleicht noch in Tränen auflösen.

„Weißt Du Fridolin, dann spiel doch einfach mit mir und meinen Freunden.“ sagte er. „Bei uns ist es nämlich pupsegal, welche Farbe man hat, wie man aussieht, ob man groß oder klein ist, Hauptsache man spielt gern und ist nett. Und Du bist nett und spielen tust Du doch auch gern oder. Meine Freund Lars-Heinrich, der ist noch ganz klein und so grünlich braun und meine Freundin Felicitas, die ist blau-grau und hat große Ohren, fast so groß wie Deine, nur dass sie eine Fledermaus ist und kein Zebra und sie hat eine Brille, und meine Cousine Leonie ist ockerfarben und meine andere Cousine Lilly, die ist ein weißer Tiger mit schwarzen Streifen und lebt in Sibirien und wir Tiger sind doch sonst orange mit schwarzen Streifen, so wie ich und Mama und Papa.“ Fauch hatte sich richtig in Rage geredet um Fridolin zu überzeugen.

Und es half wirklich. Fridolin hörte auf zu weinen.

Fauch lief mit Fridolin zu seinen Eltern, denen sie alles erzählten und stellte ihn seinen Freunden Lars-Heinrich und Felicitas Flatter vor. Und als sie zusammen genug gespielt hatten, da brachten Fauch, seine Eltern und Lars-Heinrich, seine Eltern hatten es ihm nämlich erlaubt mitzugehen, als sie Fridolins Geschichte hörten, den langen Weg zurück zur Savanne. Felicitas konnte nicht mit, sie musste mit ihren Eltern losfliegen und sich etwas zu Essen holen. Fauch und Lars-Heinrich schliefen dabei während der Wanderung kurz, aber wirklich nur ganz kurz, auf dem Rücken von Fauchs Papa ein.

Als sie an den Rand der Savanne kamen sahen sie schon Fridolins Eltern, die aufgeregt hin und her liefen und überall nach ihrem Sohn suchten.

Fauchs Eltern erklärten ihnen alles und so kam alles zu einem glücklichen Ende.

Zum Abschied sagte Fauch noch zu Fridolin: „Fridolin, wir sind jetzt Freunde und meine Freunde dürfen Fauchi zu mir sagen, aber erzähl es bitte nicht den anderen Zebras, sonst hat doch keiner mehr Respekt vor mir und ich bin doch der große und mächtige Tiger Fauch.

„Großes Zebraehrenwort…“ schwor Fridolin feierlich und an dies Versprechen hat er sich dann auch immer gehalten.

Und was soll ich Dir sagen. Als die anderen Zebrakinder merkten, dass sich Fridolin gar nicht mehr über ihre doofen Witze ärgerte und als sie dann auch noch sahen, was für coole neue Freunde Fridolin hatte und daß er sie gar nicht brauchte, da begannen sie zu erkennen, dass sie sich wohl ganz schön doof und gemein verhalten hatten und entschuldigten sich bei Fridolin und spielten ganz normal mit ihm.

Denn Fridolin war eben ein ganz normales Zebra, wie alle anderen, nur eben weiß mit braunen Streifen. Oder war es braun mit weißen Streifen?

Auf dem Rückweg zur Dschungellichtung sprach Fauch mit seinen Eltern über die ganze Sache. Lars-Heinrich war nämlich noch einmal auf dem Rücken von Fauchs Papa eingeschlafen und konnte deshalb nicht mitdiskutieren.

Fauchs Eltern fanden, dass er das ganz toll gemacht hatte und waren sehr stolz auf ihren kleinen Tigerjungen und lobten ihn sehr.

Und alle waren sich einig: „Die Farbe ist doch egal.“

Die Farbe ist doch egal